Das Haus am Hauptplatz Nr .23 ist ein altes ehemaliges Klostergebäude. Der Name AB.ART ist hergeleitet von „ab origine“, also vom Ursprung, oder „ab hier“ lässt aber natürlich auch das Wort „ab-artig“ mitklingen - ganz im Sinne von Spoerri, denn Kunst ist zunächst immer „ab-artig“, weil sie vom Gewohnten ab-weicht und sich ab-hebt.
Nach der Winterpause öffnet das Haus im März seine Tore wieder und präsentiert neben neuen Assemblagen von Daniel Spoerri Bilder, textile Skulpturen und Bronzen von Eva Aeppli!
Eva Aeppli gilt als Geheimtipp, denn sie hat sich dem Kunstbetrieb immer weitgehend entzogen. Umso mehr freuen wir uns, dass es gelungen ist, sie zu überzeugen, im „Kunststaulager“ ihres guten Freundes Daniel Spoerri auszustellen!
Viele Leihgeber konnten gewonnen werden und ermöglichen die seltene Präsentation von über 80 Werken. Frühe Kohlezeichnungen und Ölbilder werden gezeigt, und natürlich die typischen, lebensgroßen, genähten Figuren, welche meist mit dem Namen Aeppli verbunden werden, und das spätere, so genannte „astrologische Werk“: 42 genähte Köpfe, die Zeugnis ablegen von Eva Aepplis intensiver Auseinandersetzung mit der Astrologie. Von ihnen wurden Bronzegüsse angefertigt.
Der Titel der Ausstellung „erst letzt das erste“ ist einem frühen konkreten Gedicht von Daniel Spoerri entlehnt, das so lange mit der Reihenfolge von erstem und letzten spielt, bis alle Möglichkeiten durchdekliniert sind und somit alles gesagt ist.
Im Jahr 2010, in dem Daniel Spoerri 80 und Eva Aeppli 85 Jahre alt werden, ist dies ein anspielungsreiches Motto.
Im großen Ausstellungsraum über dem Esslokal stand schon im letzten Jahr auf einem Sockel die „Rezeptbuchbibliothek“ - eine Sammlung von Portfolios mit illustrierten Rezepten. Jetzt werden die Mappen geöffnet und die Grafiken gezeigt. Der interessierte Besucher kann sich fortbilden hinsichtlich der Zubereitung von Blut, Hoden, Lunge und anderen seltenen Ingredienzen, illustriert von Daniel Spoerris Künstlerfreunden Ludwig Attersee, Bernhard Blume, Katharina Duwen, Alfred Hofkunst, Bernhard Luginbühl, Dieter Roth, Fritz Schwegler, Claudia Schroer und Roland Topor und einigen anderen Freunden von Daniel Spoerri.
In der ehemaligen Scheune, die zum Ausstellungshaus gehört, werden neue Assemblagen von Spoerri zu sehen sein, für die er die Restbestände seines umfangreichen Fundus von Objekten verwendet hat, die er im Laufe vieler Jahre auf Pariser Flohmärkten erstanden hat und sich teilweise erst jetzt zu benutzen getraute. „erst letzt das erste“ ist auch der Titel dieser Serie.
AB.ART InformationTel. +43/664/88 45 47 87 | +43/2735/201 94
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